"Bildung und Demokratie" - Vorstellung des Projektes und der bisherigen Projektergebnisse im Jugendhilfeausschuss (20.11.2024)
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- Erstellt: Mittwoch, 04. Dezember 2024 09:58
Ziele des Projektes "Bildung und Demokratie", das von Juli 2023 bis Dezember 2025 durch eine Förderung der Landeshauptstadt Düsseldorf am Erinnerungsort Alter Schlachthof ermöglicht wird, sind sowohl die Qualifizierung von (angehenden) Sozialarbeiter*innen und Pädagog*innen in den Bereichen Erinnerungsarbeit und Demokratiebildung sowie die Entwicklung neuer Materialien für historisch-politische Bildungsangebote in der Jugendarbeit und mit Schüler*innen Düsseldorfer Schulen. Die in dem Projekt entwickelte und umgesetzte Bildungsarbeit – darunter Rundgänge, Workshops, Seminare, offene Veranstaltungen und Fortbildungen zum Themenkomplex Nationalsozialismus sowie zu Kontinuitätslinien rechter Gewalt – richtet sich an Studierende der HSD, Schüler*innen/Jugendliche, (junge) Erwachsene sowie Bildner*innen/Multiplikator*innen aus Düsseldorf.
1.003 Jüdinnen:Juden aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf mussten sich im Oktober 1941 auf Befehl der Gestapo am Düsseldorfer Schlachthof einfinden. Sie wurden von hier aus in das von den Deutschen besetzte polnische Łódź deportiert, das die Okkupanten in „Litzmannstadt“ umbenannt hatten. Nur 13 von ihnen überlebten die Shoa, die übrigen starben angesichts der katastrophalen Lebensbedingungen im Ghetto oder wurden im Vernichtungsort Chełmno („Kulmhof“) ermordet. Der Erinnerungsort Alter Schlachthof hält die Erinnerung an die Verfolgten und Ermordeten aufrecht. Regelmäßig organisieren oder fördern wir Gedenkstättenfahrten an die Orte, in die Juden:Jüdinnen von hier aus deportiert worden sind. Diesen Sommer begeben wir uns auf eine fünftägige Spurensuche nach Łódź.
Gamze Kubaşık verlor durch die Mordserie des rechtsterroristischen NSU ihren Vater Mehmet. Bis zur sogenannten Selbstenttarnung des rechtsterroristischen NSU im November 2011 wurden die Angehörigen der Opfer durch Strafverfolgungsbehörden, Verwaltung und Politik, aber auch von Teilen der Medien nicht ernst genommen, sondern allein gelassen und sogar verdächtigt, selbst in die Mordtaten und Anschläge verwickelt zu sein. Die Ignoranz sowie die falschen Beschuldigungen gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen waren vielfach von rassistischen Haltungen geprägt.
